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Irgendwas regt mich immer auf

Papiermonster

Heute flatterte mir der “Musterstimmzettel für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt am 26. März 2006″ ins Haus. Klingt beeindruckend? Nunja, zumindest das Medium, auf dem es untergebracht ist, ist beeindruckend. Oder furchterregend, wie man’s nimmt.

Stolze 0,7 x 0,9 Meter misst das Ding. Der helle Wahnsinn. Passt in keine Wahlkabine. Jedem Wähler seine eigene Turnhalle.

Aber der eigentliche Knaller ist ja der freundliche Hinweis über den Listen, in Schriftgröße 26 oder so:

“Sie haben 71 Stimmen!”

Ja, phantastisch. Auf sowas hab ich gewartet. Die Lust an der Demokratie kann man den Leuten auch dadurch verderben, daß man sie ungenießbar gestaltet.

Einundsiebzig Stimmen! Da helfen auch die ganzen dollen Regelungen nix, mit denen man so hübsch rumspielen kann, bis absolut niemand mehr durchblickt. Bei dieser Masse wird der eine oder andere nicht panaschieren, nicht kumulieren, sondern schlicht kollabieren. Aber wenn am Ende wieder alle wehklagen, warum die Wahlbeteiligung so niedrig ist, muss die Politikverdrossenheit wieder herhalten.

Dabei wäre es so einfach! Keep it simple!

Sind sie für den Einzug führender Persönlichkeiten ins Stadtparlament und für den Ausschluss von Brasilien von der Fußballweltmeisterschaft?

[ ] ja
[ ] nein

Klappt bestimmt. Hat doch schon mal.

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