Vernünftige Worte
Zum Thema Killerspiele, vom Geschäftsführer der USK (also jener Truppe, die immer die hübschen roten Zeichen auf DVDs drucken lässt, welche einen besonders lustigen Abend versprechen):
Frage: Warum kommt es nach Verbrechen von Jugendlichen ohne große Umschweife zu Verbotsforderungen von Computerspielen?Antwort: Solche Taten werden eigentlich immer im Zeitgeist inszeniert. In Goethes Zeit hatte man auch eine Verbotsdiskussion. Damals war man der Meinung, Goethes Buch “Die Leiden des jungen Werthers” stifte junge Männer zum Selbstmord an. Der Zusammenhang ist, dass die Delinquenten aus dem Zeitgeist entsprechende Elemente entnehmen, z.B. auch dass sie bei der Tat etwas Bestimmtes aus dem Bereich Film oder Musik anziehen.
Doch ich denke, dass eine monokausale Erklärung nicht möglich ist. Derjenige, der einen Zusammenhang zwischen dem Spiel Counter Strike und der Tatsache, dass jemand Amok läuft herstellt, müsste eigentlich viel zu viele verdächtigen, die nicht auf die Idee kommen. Wer Erklärungen sucht, muss auf andere soziale und sonstige Faktoren zurückgreifen. Die Öffentlichkeit nimmt aber die Erklärungen, die am plausibelsten sind.
(Quelle: “Ursachen und Wirkung werden vertauscht”, Telepolis)

