Wohlbefinden durch Dummheit
Das Ende der Glühbirne steht vor der Tür.
Endlich, sagen die Einen.
Furchtbar, sagen die geistig Minderbemittelten.

ZDF heute, 3.8.09
Dieser Herr, seines Zeichens Lampendesigner, hat sich in den heutigen ZDF Nachrichten mit seinem Plädoyer für das ach so “warme” Licht der Glühbirne sauber in eine der beiden Gruppen einsortiert.
Für mich wesentlich ist das Wohlbefinden der Menschen.
Fragt sich nur, an welche Menschen er da denkt.
Vielleicht an die Menschen in Tuvalu, dessen Heimat aufgrund der CO2 Ausstoßes der Welt in den kommenden Jahrzehnten komplett überschwemmt werden wird? An die Menschen in Zentralafrika, deren Äcker vertrocknen, weil die Wüsten nach ihnen greifen? An die Menschen in Bangladesh, die verzweifelt zusehen müsssen, wie Überschwemmungen immer weiter ins Landesinnere vorstoßen und ihre Häuser, ihre Felder, ihre gesamte Lebensgrundlage zerstören?
Hm?

Nun, schon vor der Energiesparlampe gab es die Wahl Glühbirne oder Leuchtstoffröhre. Schon damals gab es Anwendungen, wo man theoretisch beide hätte nehmen können, es aber vernünftiger war, die Glühbirne zu nehmen. Dann, wenn das Licht nur kurz an ist, Minuten pro Tag, z.B. im Abstellraum.
Was für mich auch noch nicht ganz ausgeräumt ist, ist die Frage der Gefahr, die von zerbrochenen Energiesparlampen ausgeht. In einem Kinderzimmer hätte ich gerne keine zerbrechlichen Gegenstände, die Quecksilber freisetzen.
Oh, und wenn ich mich recht entsinne, dann werden 5% des Stromverbrauchs für Licht verwendet.
Waschmaschinen zu verbieten, die das Wasser elektrisch erhitzen, wäre soooviel sinnvoller. Oder sogar Elektroherde. Oder Elektroheizungen.
Na klar ist das Verbot der Glühlampe nicht die einzig seligmachende, allumfassende Antwort auf die erwähnten Probleme. Es ist ein Anfang. Ein kleiner Schritt. Aber wenn Leute schon bei diesem winzigen Schritt anfangen rumzujammern, was machen sie dann erst, wenn die wirklich harten Einschnitte kommen!?
Situation: Unfall, verletzter mit abgerissenem Finger und sprudelnder Beinwunde.
Na klar ist den Finger zu verbinden nicht die einzig notwendige Maßnahme, aber es ein Anfang.
Zumindest wird er dann nicht an dem abgerissenen Finger verbluten.
Die Ressourcen sind beschränkt. Man sollte sie sinnvoll einsetzen. Da betrifft aber auch die Ressourcen bei den Menschen. Wenn die Bevölkerung zehn Minuten Aufmerksamkeitsspanne hat, dann sollte man ihr besser erklären, daß Elektroheizungen, Waschmaschinen und E-Herde Stromfresser sind und nicht Glühlampen. So verplempert man die ökologische Energie, den Willen zum umweltbewußten Handeln der Menschen auf Strom für Licht.
Da kann ich auch spritsparen, indem ich das Abblendlicht ausschalte.