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Irgendwas regt mich immer auf

Monatsarchiv für September 2009

Wahlempfehlung

Wehende Piratenpartei-Flagge

Die Piraten. Kurz und schmerzlos.

Ich bin es leid, immer das “kleinere Übel” zu wählen. Ich bin es leid, taktisch vorzugehen. Diesmal bekommt meine Stimme die Partei, hinter deren Inhalte ich wirklich stehe.

Mag sein, daß meine Stimme am Ende nichts an der Zusammensetzung des Bundestages ändern wird. Aber deswegen ist eine Stimme für die Piraten noch lange keine “verlorene” oder gar “weggeworfene” Stimme. Jedes Häkchen, daß nicht bei den großen Parteien gemacht wird, schmerzt diese, und sei es nur wegen der Gelder, die ihnen damit durch die Lappen gegangen sind.

Morgen Abend erreichen die Piraten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die 5%-Hürde. Ich tippe auf drei. Drei Prozent der Bürger, die für Bürgerrechte, digitale Freiheit und gegen Überwachungswahn stimmen. Das wäre schon was.

Wenn es ein Thema gibt, bei dem sich alle derzeit im Bundestag vertretenen Parteien einig sind, dann dieses: Bildung und Forschung ist das Thema der Zukunft. Deutschland gibt zu wenig Geld für seine jungen Generationen aus. Mangelnde personelle und infrastrukturelle Anstrengungen fangen im Kindergarten an und ziehen sich bis zum (leider teilweise kostenpflichtigen) Studium.

Die meisten dieser Forderungen sind jedoch nur hohle Phrasen, wie man bei genauerem Hinsehen merkt, denn den nötigen großen Wurf traut sich fast keine der Parteien zu. Und klein-klein wird nicht ausreichen.

Beispiel Zuständigkeit: Bildung gehört in die Hand des Bundes. Ganz klar. Was für ein Sinn hat es, in Deutschland 16 verschiedene Bildungssysteme am Start zu haben? Diese Systeme unterscheiden sich aktuell im Inhalt (Lehrplan), Struktur (Ab welcher Klasse wird nach Schulsystem getrennt?) und -- ganz wichtig! -- finanzieller Kapazität. Ein reiches Bundesland kann mehr für seine Kinder tun als ein armes Bundesland. Ein Kind in Bremen hat weniger Bildungsmöglichkeiten als ein Kind in Bayern, selbst bei vergleichbarem Elternhaus. Wo da die Gerechtigkeit und Chancengleichheit liegt soll mir mal einer erklären.

Eine Partei wie CDU/CSU schreibt beispielsweise in ihrem Wahlprogramm:

Wir wollen bis 2015 gesamtstaatlich zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung investieren.

Klingt gut. Aber dann:

Bildung bleibt Ländersache, wie es im Grundgesetz geregelt ist.

Eeeeek. Danke fürs Mitspielen.

Und nicht, daß mir jetzt einer kommt und sagt, wenn es nunmal im Grundgesetz stünde, müsse man das eben so akzeptieren. Diesen Passus kann man mit den entsprechenden Mehrheiten ändern und so zukunftsfähiger gestalten (und, by the way, SPD und CDU hätten in der jetzt auslaufenden Legislaturperiode die nötige Mehrheit im Bundestag dazu besessen!).

Beispiel Schulsystem: Kinder müssen länger zusammen lernen. Was hat sich dieses Land nach dem Pisa-Desaster vor ein paar Jahren aufgeregt. Was haben die politischen Meinungsmacher neidisch u.a. nach Norden zu unseren skandinavischen Nachbarn geblickt. Hätten sie nicht nur mal gegafft, hätten sie sich auch mal was abgeschaut!  Nämlich beispielsweise, daß es sinnvoll ist, Kinder bis zur zehnten Klasse zusammen zu unterrichten und erst danach die einen Abschlüsse, die anderen das Abitur anstreben zu lassen.

Nein, hierzulande hält man zwanghaft an diesem System aus dem 19. Jahrhundert fest, selbst gegen Widerstände von Eltern. Auch neuere Untersuchungen, die zeigen, daß die Zuweisung eines Schultyps nach der Grundschule für jedes dritte Kind falsch ist, kann diverse Bildungsbetonköpfe nicht irritieren.

Man könnte noch einiges mehr aufzählen, an dem das Bildungssystem in seiner Gesamtheit krankt.

Da Bildung nunmal aktuell leider noch Ländersache ist, kann ich mich bei der Bewertung, wie gut die verschiedenen Parteien in der Vergangenheit dieses Problem angefasst haben, auch nur auf das Bundesland beziehen, in dem ich lebe. Hessen. Aber das macht ja nichts, denn Hessen ist ja in der “glücklichen” Lage, in den letzten Jahren Regierungen gehabt zu haben, wo jeder mal dran war: Erst SPD und Grüne, dann CDU und FDP, schließlich CDU alleine (und jetzt wieder zusammen mit den gelben, aber das ist noch zu kurz).

Wenn eine dieser Parteien wirklich, wirklich massiv für Bildung hätte eintreten wollen, dann hätten sie es tun können. Haben sie aber nicht. Die einen haben die Anzahl der Lehrer reduziert, die anderen haben Studiengebühren eingeführt.

Es bleibt also nur noch eine Partei, die auch ruhig mal die Chance haben sollte, im Minenfeld Bildungspolitik herumzuspazieren. Und deren Fraktionschef hebe ich einfach mal auf den Sessel des Bundesministers für Bildung und Forschung in meinem Wunschkabinett:

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Gregor Gysi (Die Linke)

So. Und bevor ich ellenlang Zitate von ihm niederschreibe, erteilen wir ihm doch einfach selbst das Wort:

Ich glaube, er wäre auf dem Posten ganz gut aufgehoben. Dem Amt selbst würde es in jedem Fall guttun, wenn es von einem politischen Schwergewicht der ersten Reihe ausgefüllt wird.

Dentalpolitik

Mein Spruch des Tages:

Wählen ist wie Zähne putzen – wenn man es nicht macht, wird’s braun.

Ich anno 1958

Carsten ruft dazu auf, sich selbst zu year-booken. Nun, so sei es. :-)

Mein alter ego von 1958:

YearbookYourself_1958

Was sollte man von einem Verteidigungsminister erwarten? Was zeichnet einen idealen Kandidaten aus?

Schwierige Frage, meiner Meinung nach. Ich habe Bekannte, die würden, wie aus der Pistole geschossen (sic!) antworten, er müsse auf jeden Fall gedient haben. Sprich, die Bundeswehr von innen kennen, nun am besten Major der Reserve sein. Oder so was ähnliches. Es ginge doch nicht, daß jemand die Bundeswehr führe, der von der Materie nichts verstünde.

Nun ja. Auf den ersten Blick mag das ja ganz logisch erscheinen. Aber dann muss die Frage erlaubt sein, wieso man die gleichen Kriterien nicht auch bei anderen Ministerien anwendet. Was nicht der Fall ist. Ich zumindest habe noch nie jemanden fordern hören, ein Bundesinnenminister müsse ein ehemaliger Polizist oder Geheimdienstler sein. Familienminister kann sicher auch jemand werden, der selbst keine Kinder hat. Und welche Qualifikation müsste in dieser Denkweise ein zukünftiger Bundesaußenminister mitbringen? Mindestens eine Handvoll Auslandssemester? Urlaubstrips in ein Dutzend Hauptstädte dieser Welt?

Nein, das ist keine probate Herangehensweise. Ein Kandidat für ein Ministeramt sollte Interesse für das Themengebiet mitbringen, Lernbereitschaft und die Befähigung, sich beraten zu lassen müssen eh vorhanden sein, aber ein bereits fundiertes Fachwissen kann und darf man meiner Meinung nach nicht voraussetzen. Ob nun jemand alle Dienstgrade auswendig aufsagen kann oder genau weiß, was der Unterschied zwischen “Marder” und “Leopard” ist, halte ich für absolut irrelevant.

Es gibt jedoch zwei Anforderungen, die ich stellen würde. Zum einen ist das Stärke und Durchsetzungsfähigkeit, zum anderen ist es ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Militär. Beides aus dem gleichen Grund: Der militärische Apparat ist, neben dem großen Komplex Geheimdienste, derjenige Teil einer Gesellschaft, der am ehesten dazu tendiert, zu einem Staat im Staate zu mutieren. Lässt man die Zügel zu locker, driftet Militär ab, verfolgt primär eigene Ziele, und hält sich nicht mehr an die Vorgaben, die der Souverän vorgibt.

Ist ein Verteidigungsminister zu nachgiebig gegenüber allen Forderungen aus diesem Apparat, ist er bald nicht mehr als eine Marionette. Er muss hinterfragen, und dabei so stark auftreten können, daß er nicht einfach ignoriert wird.

In meinem Wunschkabinett also wird auf den Stuhl des Bundesverteidigungsministers gehoben:

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Marieluise Beck (B90/Grüne)

Die Vita von Beck schreibe ich hier nicht noch mal nieder, man kann sie schließlich auf ihrer Webseite nachlesen.

Kurz zu den beiden Punkten, die ich oben ansprach: Zum einen kann sich diese Frau durchsetzen. Wer Reden von ihr verfolgt, merkt rasch, daß sie eher von der resoluten Truppe ist. Und Punkt zwei, das “gesunde Misstrauen”, ist allein schon von ihrer Parteizugehörigkeit gegeben. Denn trotz aller Vorhaltungen von ganz links sind die Grünen nach wie vor eine klare Friedenspartei, im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen und Völkern. Wer aktuell, wie die Linke beispielsweise, fordert man müsse sofort aus Afghanistan abziehen, weil Krieg grundsätzlich abzulehnen sei, der wird damit noch lange nicht zum besseren Friedensstifter. Wer kriegerische Handlungen per se für falsch erklärt, der verhöhnt damit gleichzeitig all diejenigen, die sich am Omaha Beach und anderswo für die Freiheit und den Frieden in Europa geopfert haben.

Bleiben wir kurz bei Afghanistan. In einer Erklärung zu ihrem Abstimmungsverhalten zum ISAF-Einsatz in Afghanistan schreibt Beck:

Ich stimme mit ja, obwohl ich mir bewusst bin, dass in Afghanistan viele politische und militärische Fehler gemacht worden sind und weiter gemacht werden, die den Erfolg dieses Einsatzes gefährden. So halte ich die Luftangriffe, die von der amerikanischen Armee im Rahmen des OEF-Mandats durchgeführt werden und immer wieder Zivilisten das Leben kosten, für verheerend angesichts der Notwendigkeit, die Unterstützung der afghanischen Bevölkerung im Kampf gegen den Terrorismus zu gewinnen.

Stattdessen brauchen wir ein einheitliches Mandat der internationalen Friedenstruppen, verstärkte Anstrengungen bei der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte und eine besser koordinierte Strategie für den zivilen Aufbau.

Ich stimme trotz dieser Kritik an der bisherigen Afghanistan-Strategie mit ja, weil ein vorzeitiger Rückzug der internationalen Truppen nicht weniger, sondern mehr zivile Opfer zur Folge haben würde. Wie viele Frauen sind unter der Herrschaft der Taliban allein bei der Geburt ihrer Kinder gestorben, weil es keine Möglichkeit des Kaiserschnitts, keine Antibiotika, ja nicht einmal sauberes Wasser gab? Der Terror, der heute wieder gegen Menschen ausgeübt wird, die sich der Zusammenarbeit mit den Taliban verweigern, zeigt, was auf dem Spiel steht.

Ich stimme mit ja, weil das Ziel, die Sicherheit Afghanistans durch die legitimen staatlichen Strukturen selbst zu gewährleisten, durch einen vorzeitigen Abzug der ISAF-Truppen nicht gefördert, sondern unmöglich gemacht wird.

Ich stimme mit ja, weil ich der tiefen Überzeugung bin, dass wir im 21. Jahrhundert nicht mehr in nationalstaatlichen Grenzen denken dürfen. Es gibt eine „Responsibility to Protect“, eine Verpflichtung zum Beistand für Menschen, die verfolgt, vertrieben und gequält werden, die nicht an den Grenzen des eigenen Landes endet. Das wird nicht immer und überall möglich sein – aber wo es möglich ist, müssen wir uns dieser menschenrechtlichen Verpflichtung stellen.

Die erwähnte “responsibility to protect” bedeutet nun für Beck jedoch natürlich nicht, daß man gleich überall einmarschieren sollte:

Generell liegt unsere erste Priorität natürlich bei der Konfliktprävention, um militärische Einsätze gar nicht erst nötig zu machen. Das heißt, drohende Auseinandersetzungen frühzeitig erkennen und im Vorhinein ein Ausbrechen von Gewalt verhindern. Wichtige Bausteine einer vorausschauenden und umfassenden Friedenspolitik sind Armutsbekämpfung, Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechtspolitik, Klimapolitik, Diplomatie, zivile Krisenprävention, interkultureller Dialog, und vieles mehr. Leider werden wir nicht in jedem Fall mit diesen Bemühungen gewalttätige Konflikte verhindern können. Deutschland sollte dann auf Basis von UN-Mandaten seine Verantwortung übernehmen und einen Teil zu Friedenseinsätzen beitragen.

Eine Aussage, die ich persönlich vollinhaltlich unterschreiben würde.

Marieluise Beck ist eine anerkannte Expertin für eine Region, in welcher die Bundeswehr seit langem stationiert ist und noch sehr lange bleiben wird: Dem Balkan. Detailliertes Wissen über die dortigen Ethnien, die Geschichte und die aktuelle politischen Strömungen, also die Rahmenbedingungen, können der Arbeit der KFOR Soldaten nur zugute kommen. Zu dem Thema gibt es eine sehenswerte Rede von Beck im Bundestag.

Wer fordert, daß deutsche Soldaten unter bestimmten Voraussetzungen auch in anderen Ländern zur Friedenssicherung eingesetzt werden können, dem muss natürlich auch bewusst sein, daß sich dieses Aufgabenprofil nicht mit einer Bundeswehr bewältigen lässt, die so strukturiert ist wie heute. Die Bundeswehr muss “professioneller” werden. Folgerichtig bedeutet dies:

[Die Wehrpflicht] ist sichheitspolitisch nicht mehr sinnvoll und daher obsolet. Vor allem aber ist sie in extremen Maße ungerecht, weil wegen mangelnder Kapazitäten nur noch weniger als 15 % eines Jahrgangs überhaupt den Wehrdienst leisten können. Wir fordern deshalb den Umbau der Bundeswehr zur Freiwilligenarmee inklusive der Möglichkeit eines freiwilligen Kurzdienst für Frauen und Männer sowie den Ausbau der Freiwilligendienste im sozialen Bereich.

Gerontokratie

Der Bundeswahlleiter hat eine Schätzung der Wahlbevölkerung zur Bundestagswahl 2009 nach Altersgruppen und Geschlecht veröffentlicht.

Die größte Gruppe stellen immer noch die 40-49 jährigen, sie machen 20,6% der Wahlberechtigten aus. Die zweitstärkste Gruppe liegt nur knapp dahinter, mit 18,3%. Das sind die Leute, die siebzig Jahre und älter sind. Diese Gruppe wird mit jedem Jahr größer.

Wer sich anschauen möchte, wie das weitergeht, dem empfehle ich die interaktive Alterspyramide des Statistischen Bundesamtes. In diesem Jahr liegt der Bevölkerungsanteil der Gruppe 70+ bei 15% (da Kinder nicht wahlberechtigt sind ergibt sich somit die prozentual stärkere Representation innerhalb der Wählerschaft).

Wenn man nur mal die Zahlen in den potentiellen Bundestagswahljahren herauspickt, ergibt sich folgende Entwicklung:

  • 2009: 15%
  • 2013: 16%
  • 2017: 16%
  • 2021: 17%
  • 2025: 18%
  • 2029: 20%
  • 2033: 22%
  • 2037: 25%
  • 2041: 26%

Soweit ist das ja nichts neues. Das die Bevölkerung immer älter wird, sollte allgemein bekannt sein. Worüber mir jedoch viel zu wenig geredet wird, sind die möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung auf die politischen Entscheidungen innerhalb einer Demokratie wie Deutschland. Eine Situation, in welcher “die Alten” ein Drittel der Wählerschaft stellen, macht mir, ehrlich gesagt, Angst. Oder zumindest große Sorgen.

Warum? Nun, ich muss mir nur anschauen, wie die Politik schon bei der aktuellen Stimmenmacht gegenüber der  Rentnergeneration einknickt. Beispiel Rentengarantie. Wirtschaftliche Entwicklung, Einkommen der Jungen – alles egal. Die Rentner bekommen ihr Geld. Einer möglichen Kürzung wurde eine Absage erteilt. Für mich ist das eine Versündigung an der Zukunft.

Wie mag das erst aussehen, wenn die Macht der Alten noch stärker wird? Welche Belastungen werden zukünftig den Jungen aufgedrückt werden?

Denn eines halte ich für ausgeschlossen: Das bei diesem Thema die Vernunft in Deutschland die Oberhand gewinnt. Weder kann man ernsthaft auf eine Rentnergeneration hoffen, welche die jährlichen Lanzarote-Urlaube aus freien Stücken einer soliden Bildungspolitik opfert, noch kann man davon ausgehen, daß es in der Politik keine Rattenfänger gibt, die sich dieser Gerontokratie mit populistischen Versprechungen andienen.

Eine einfache Lösung für dieses immer stärker werdende Problem gibt es sicherlich nicht. Radikale Vorschläge, wie über eine “Modifizierung” des Wahlrechts nachzudenken, sind sicherlich keine Option. Nichtstun ist es aber noch viel weniger.

U18-Wahl

Bei der U18-Wahl hat die Piratenpartei einen sensationellen Stimmenanteil von bundesweit 8,7 Prozent eingefahren. Respekt. Am höchsten lag das Ergebnis in Thüringen (14%), am niedrigsten im Saarland (5%). In Sachsen tritt die Partei nicht an.

Für die Piratenpartei ist das ein sehr gutes Ergebnis, und es macht Hoffnung für die Bundestagswahl am kommenden Wochenende. Aber auch in Bezug auf die anderen Parteien ist das Ergebnis spannend.

So finde ich zum Beispiel hochinteressant, daß im Saarland die Linke auf gerade mal 4.8% kommt – in einem Bundesland, wo diese Partei es bei den kürzlich stattgefundenen regulären Wahlen auf über 21% geschafft hat! Keine rosigen Aussichten für die Linke. Stattdessen wählten übrigens 32% der Saarländer unter achtzehn Jahren die CDU, was mit Abstand das beste Ergebnis für die Konservativen im Vergleich mit den anderen Bundesländern darstellt.

Die Grünen sind in allen westlichen Bundesländern außer dem Saarland auf Platz eins oder zwei. In drei Bundesländern stellen sie die stärkste Fraktion. Ihr stärkstes Ergebnis holten sie mit 25% in Bremen; nimmt man nur die Flächenländer, ist es Schleswig-Holstein mit 24,6%.

Die unsägliche NPD schafft es in keinem westdeutschen Bundesland über die 5%-Hürde. Das ist beruhigend, zeigt es doch, daß offenbar im Westen keine neue Glatzengeneration heranwächst. Keine Entwarnung gibt es jedoch für vier der fünf ostdeutschen Bundesländer, wo die Braunen locker in den virtuellen U18-Landtag einziehen. Den Vogel abgeschossen haben sie in Sachsen, dort stimmten fast 13% für diese Deppen.

Die Knaller-Zahl zum Schluss kommt aber wiederum aus dem hohen Norden: Wer mir erklären kann, was 2,2% der jugendlichen Fischköppe aus Schleswig-Holstein dazu bewogen hat, die Rentnerpartei zu wählen, der sei herzlich eingeladen…

[via Pantoffelpunk]

Oder so was ähnliches. Schmerz schützt offenbar vor den Folgen eines Herzinfarktes. Sehr interessant.

Oh, The Temptation from Steve V on Vimeo.

[via Gilly]

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