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Irgendwas regt mich immer auf

Monatsarchiv für November 2009

Zu früh

Wir haben gerade mal den 30. November und die Mädels meiner Stammbäckerei tragen rote Nikolausmützen.

Entsetzlich.

Alles ist wichtig

Eine Meldung bei SPIEGEL ONLINE über die aktuelle Verbrecherjagd, welche die Republik beschäftigt:

Die Schwerverbrecher Heckhoff und Michalski sind nach Informationen der “Bild”-Zeitung wieder aufgetaucht. In der vergangenen Nacht hätten sie ein älteres Ehepaar in deren Haus in Essen-Werden überfallen, berichtete das Blatt am Samstagabend. Die Polizei in Köln bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass die beiden Ausbrecher sich ein Auto verschafft hätten, mit dem sie auf der Flucht seien. Es handele sich um einen dunklen BMW. Allerdings stehe nicht fest, dass die Überfallenen ein Ehepaar seien.

Ja nee, das ist ja auch wichtig, ob die Überfallenen verheiratet sind oder in wilder Ehe leben…! *doh*

November 1994, Deutscher Bundestag. Es spricht Detlef Kleinert, FDP:

Da muss sich die jetzige FDP-Generation im Bundestag noch ein bißchen anstrengen, um da mithalten zu können. ;-)

Booom

[via gilly]

Andreae in Fahrt

Heute hat meine Wunsch-Wirtschaftsministerin Kerstin Andreae ihre erste Rede in der laufenden Legislaturperiode gehalten, und zwar als Antwort auf die Vorstellung der wirtschaftspolitischen Konzepte der Biene-Maja-Koalition durch Rainer Brüderle (the artist formerly known as Schlaftablette). Whow. Das nenn ich mal Kraft für einen Neuanfang!

[via netzpolitik]

Leicht verschätzt

Gestern Abend an der Supermarktkasse. Ich habe bezahlt, bin gerade dabei, meine Einkäufe einzupacken. Die Kundin nach mir legt eine Flasche Bacardi Rum (… glaub ich) auf das Band.

Verkäuferin, blickt auf: “Haben Sie ihren Ausweis dabei?”

Die Augen der Kundin weiten sich. “Bitte!? Ich bin dreiunddreißig! Ich soll mich ausweisen?”

Verkäuferin: “Waaaaaas, wie alt?”

Kundin holt genervt ihren Führerschein hervor und hält ihn der Verkäuferin unter die Nase. “Reicht das?”

Verkäuferin: “Ooooooch, das hätte ich niiie gedacht. Nehmen Sie’s als Kompliment!”

Naja. Dolles Kompliment.

Zugegeben, die Frau war klein und eher schmächtig, aber sie jünger als achtzehn zu schätzen… nee. :-)

Da hatte man gehofft, das Kippen der Internetzensur im neuen Koalitionsvertrag und die Nicht-Beförderung zur Gesundheitsministerin hätte Ursula von der Leyen zwei derartige Magenschläge verpasst, daß sie von nun an brav in ihrem Familienministerium sitzen und sich eventuell mal um die wirklich wichtigen Dinge (Kinderbetreuung) kümmern würde – nichts da. Sie macht schon wieder das, was sie so gerne macht: Zensieren.

Von der Leyens Haus hat bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien durchgeprügelt, daß das neue Rammstein-Album “Liebe ist für alle da” nicht mehr beworben oder an Minderjährige verkauft werden darf. Laut.de schreibt:

Im Einzelnen wurde der Track “Ich Tu Dir Weh” sowie ein Artwork-Foto, das Gitarrist Richard Kruspe mit einer auf seinen Knien liegenden Frau darstellt, moniert: dies seien jugendgefährdete Darstellungen von S/M-Praktiken. Außerdem befanden die Medienwächter, dass der Titel “Pussy” zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in Zeiten von Aids animiere.

Ein Text, ein Bild und ein Wort sind Gründe für Medienzensur? Ein bißchen von der Linie abgewichen, die der Staat als “normal” definiert, und schon wird man drangsaliert?

Tolle Entscheidung. Kommt besonders gut am Vorabend des zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls.

[via TP]