Springbrunnen

Mal horizontal.

Mal horizontal.

Pustet ganz schön hier.
Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man SF Filme oder Bücher in dem Jahr schaut bzw. liest, in welchem sie handeln. Ich schwanke dann immer zwischen Entsetzen, wie alt ich schon geworden bin, und Enttäuschung, wie wenig weit es meine Mitmenschen doch gebracht haben, verglichen mit den dargestellten Errungenschaften der Geschichten.

Gestern gesehen: 2010. Natürlich nicht das allererste Mal, aber das erste Mal in diesem Jahr. Im Jahr 2010…
Die politischen Voraussagen des Films sind in die Hose gegangen, zugegeben. Es gibt heute keine starke UdSSR mehr, welche als gleichstarker Partner neben den USA auftritt. Aber vielleicht nimmt ja China in ein paar Jahren diese Rolle ein?
Und die technischen Visionen… okay. Eine bemannte Reise zum Jupiter ist heute immer noch Zukunftsmusik. Wir waren ja noch nicht mal auf dem Mars. Da hinken wir ziemlich hinter den Visionen von Arthur C. Clarke hinterher. Aber nicht, weil wir es nicht besser könnten, sondern weil wir dumm sind:
Die Kosten, um ein Team auf den roten Planeten zu schicken, werden derzeit mit ca. 500 Milliarden Dollar veranschlagt.
Klingt das nach viel?
Der Irakkrieg hat die USA übrigens bisher über 600 Milliarden Dollar gekostet.

…from my mobile…
Mein lieber Schwan, was für eine Demonstration von Spielstärke… die deutschen Fußballfrauen gewinnen beim zweiten Spiel des diesjährigen Algarve-Cups gegen Finnland mit sage und schreibe 7:0. Allein vier Tore wurden innerhalb von neun Minuten geschossen.
Einen ausführlichen Spielbericht findet man bei Framba.
Damit ist die Hälfte geschafft. Am kommenden Montag lautet der Gegner China, und dort reicht bereits ein Unentschieden, um im Finale zu stehen, wo die Damen höchstwahrscheinlich auf die USA treffen werden (möglicherweise auch Schweden).
Deutschland stand das letzte Mal 2006 im Finale des jährlich stattfindenden Algarve-Cups. Damals hieß der Gegner ebenfalls USA, und Deutschland gewann erst nach Elfmeterschießen. Man darf gespannt sein.
In diversen Medien (taz, SPON) wird momentan vom Fall Jannine Menger-Hamilton berichtet. Die junge Frau ist Tochter eines Briten und einer Italienerin. Aufgewachsen ist sie in Deutschland, sie lebt in Hannover.
Menger-Hamilton möchte nun Deutsche werden. Das Problem: Für den niedersächsischen Verfassungsschutz ist sie in der falschen Partei. Nämlich in der Die Linke. Und dort auch noch aktiv, als Pressesprecherin im Landtag.
Das geht nicht, sagt das Land, und lehnt ihren Antrag ab.
Ja, mit sowas kennt er sich aus, der deutsche Beamte. Deutscher darf nur werden, wer die entsprechende rechte Gesinnung hat. Immerhin, das Land Niedersachsen hat von Menger-Hamilton keinen Ariernachweis verlangt. Ist doch schon mal ein Fortschritt.
Ein israelisches Killerkommando schleicht sich in einen souveränen Staat und begeht dort heimtückisch einen Mord – und zu welchem Statement ringen sich die europäischen Außenminister durch?
“The killing of Mahmoud al-Mabhouh in Dubai on 20 January raises issues which are profoundly disturbing to the European Union.
This was an action which cannot be conducive to peace and stability in the Middle East.
The EU strongly condemns the fact that those involved in this action have used fraudulent EU Member States’ passports and credit cards acquired through the theft of EU citizens’ identities.
The EU welcomes the investigation by the Dubai authorities and calls on all countries to cooperate with it. The countries concerned in the EU are themselves carrying out full investigations into the fraudulent use of their passports.
The EU is committed to ensuring that both EU citizens and countries around the world continue to have confidence in the integrity of EU Member States’ passports. It believes that its passports remain among the most secure in the world fully meeting all international standards. EU Member States’ passports include a range of physical security measures to prevent forgery and abuse.”
Nicht die Tatsache, daß ein Mensch ermordet wurde, sorgt für Empörung, sondern daß die Israelis die schönen europäischen Pässe genutzt haben.
Wo bin ich hier?