Falsche Prioritäten
Ein israelisches Killerkommando schleicht sich in einen souveränen Staat und begeht dort heimtückisch einen Mord – und zu welchem Statement ringen sich die europäischen Außenminister durch?
“The killing of Mahmoud al-Mabhouh in Dubai on 20 January raises issues which are profoundly disturbing to the European Union.
This was an action which cannot be conducive to peace and stability in the Middle East.
The EU strongly condemns the fact that those involved in this action have used fraudulent EU Member States’ passports and credit cards acquired through the theft of EU citizens’ identities.
The EU welcomes the investigation by the Dubai authorities and calls on all countries to cooperate with it. The countries concerned in the EU are themselves carrying out full investigations into the fraudulent use of their passports.
The EU is committed to ensuring that both EU citizens and countries around the world continue to have confidence in the integrity of EU Member States’ passports. It believes that its passports remain among the most secure in the world fully meeting all international standards. EU Member States’ passports include a range of physical security measures to prevent forgery and abuse.”
Nicht die Tatsache, daß ein Mensch ermordet wurde, sorgt für Empörung, sondern daß die Israelis die schönen europäischen Pässe genutzt haben.
Wo bin ich hier?

Vielleicht war’s ja die Fatah?
Als Rache für 2008.
@t:
Nach dem, was alle seriösen Medien berichten – nein, da hatten unsere siedlungswütigen Freunde ihre Finger im Spiel.
Sagt Dir der Name Gilad Shalit etwas?
Den hat die Hamas vor 1344 Tagen entführt und gibt ihn nicht raus.
Jo, und les mal hier:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,680725,00.html
Der BND als Unterhändler hatte einen unterschriftsreifen Deal eingefädelt, um Schalit freizubekommen. Das passiert nun allerdings nicht, weil Netanjahu einen Rückzieher macht.
Den Spiegel Artikel finde ich schon lustig. Besonders hat mir die Stelle zum Schluss gefallen, als eine zweite Sure des Korans zitiert wurde. Nun frage ich mich, wer hat nochmal andauernd Waffenstillstände gebrochen? Wer hat diese dazu genutzt, anstatt Lebensmittel lieber Waffen nach Palästina zu bringen?
Ganz ehrlich gesagt, ist die Hamas für mich eine Gruppe von Terroristen und mit denen verhandelt man nicht.
Sämtliche Informationen in dem Artikel scheinen von al-Sahar zu kommen. Sorry, dem würde ich nichtmal das Datum glauben.
Und zu al-Mabhouh: Hamas und Israel führen einen Krieg. Jemanden auszuknipsen, der zwei meiner Soldaten entführt und anschließend ermordet hat (Kriegsgefangene dürfen nicht das Ziel von Gewalt sein!), fällt bei mir unter den Oberbegriff “operatives Feuer”.
Im Rahmen eines Krieges feindliches Führungspersonal auf’s Korn zu nehmen ist doch durchaus legitim. Ob das nun durch eine Gruppe Agenten in einem Hotelzimmer geschieht oder in Reichweite der Ari durch 155mm Granaten, wo ist das der Unterschied? Der Kerl ist tot und die Nachricht, daß sich seinesgleichen nichtmal in einem fremden Land sicher fühlen können, ist angekommen.
@T.Stahl:
“Kriegsgefangene dürfen nicht das Ziel von Gewalt sein”. Völlig korrekt. Das ist ein Kriegsverbrechen. Und sowas ja nur die ach so bösen Araber, gell?
Oder doch nicht?
http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/gaza-offensive-un-will-moegliche-kriegsverbrechen-untersuchen_aid_484708.html
Und da für dich einerseits in einem Krieg das “aufs Korn nehmen” (nette Euphemie für Mord) von “feindlichem Führungspersonal” völlig in Ordnung ist, und anderseits laut deinen Worten kein Wertungsunterschied zwischen einer Todesschwadron und einem Artillerieangriff besteht, müsste es nach dieser Logik völlig in Ordnung sein, wenn die Taliban vor der US-Base in Ramstein Geschütze in Stellung bringen. Herzlichen Glückwunsch.
Ja, das wäre es.
Wenn es den Taliban gelänge, Geschütze vor einer US-Kaserne in Stellung zu bringen, dann wäre es i.O., wenn sie mit diesen auf US-Soldaten schössen. Es wäre auch i.O., wenn sie dies vor einer BW-Kaserne täten, um auf Bundeswehrsoldaten zu schießen.
Brächten sie diese Geschütze aber in Stellung, um auf die Wohnblocks der Familien zu schießen, dann wäre das nicht i.O.
Und so weit hergeholt ist das Szenario ja nun nicht, die IRA hat sowas jahrzehntelang gemacht (mit Mörsern statt Geschützen).
Ein Krieg hat, so schlimm er ist, Regeln. Dazu gehört, daß Soldaten gegen Soldaten kämpfen sollen. Richten Soldaten ihre Gewalt gegen die Zivilbevölkerung des Feindes, so brauchen sie sich nicht beschweren, wenn der Feind auch ihre Zivilbevölkerung zum Ziel macht. Ein Feind, der sich in einem Krankenhaus versteckt und verschanzt, verwirkt das Recht des Krankenhauses auf Schutz vor Gewalt. Es ist Aufgabe der Führung darauf zu achten, daß die unterstellten Einheiten sich an die Regeln halten. Ansonsten ist sie dafür verantwortlich, daß sich der Feind auch nicht mehr daran hält.
Nach Coventry durfte sich Deutschland nicht mehr über Dresden beschweren und Japan nach Nanjing nicht mehr über Hiroshima und Nagasaki.
Und eine Bevölkerung, die es gutheißt, daß von ihrem Gebiet ständig Raketen ziellich wahllos Richtung Nachbarn geschossen werden und Fußballfeste nach Massenmördern benennt…