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Irgendwas regt mich immer auf

Was ist Nick Clegg, der Chef der britischen Liberalen, nicht im Vorfeld als Glanzfigur dargestellt worden. Als Wunderkind, als eine Erscheinung, vor dem sich sogar die beiden großen Parteien zu fürchten hätten:

Dass Cleggs Partei eine Mehrheit im Parlament erreichen könnte, galt beim Londoner Buchmacher William Hill noch Anfang April als so wahrscheinlich wie eine Sichtung von Nessie, dem Monster von Loch Ness. (…)

Nun aber, seit Clegg das Wahlvolk vor den Fernsehern hypnotisiert, sehen einige Umfragen seine Partei schon mit rund 33 Prozent Zuspruch auf dem ersten Platz, knapp gefolgt von den Tories. Browns Labour-Partei fand sich abgeschlagen auf Platz drei. Alle Umfragen belegen: Nie zuvor ist eine kleine britische Partei so schnell so weit gekommen.

(Quelle: SPIEGEL 17/2010)

Das ist nicht lache!

Klar, die Regierungsbildung im Königreich ist noch in vollem Gange, und es kann durchaus sein, daß die Liberalen am Ende dort ein Wörtchen mitzureden haben. Das ändert aber nichts daran, daß Cleggs Truppen im Vergleich zu den letzten Unterhauswahlen im Jahr 2005 Sitze verloren haben, von 62 runter auf 57 Sitzen. Wenn man sich den prozentualen Stimmenanteil anschaut, ist der zwar gewachsen, aber lediglich um einen einzigen mickrigen Prozentpunkt. Statistisch relevant ist das nicht.

Liberales Wunderkind, ha!

Ein Kommentar zu “Liberales Wunderkind? Von wegen.”

  1. T.Stahlam 13.05.2010 um 19:54

    Tja, wenn man jetzt noch wüßte, daß das englische “liberal” nicht dem deutschen “liberal” entspricht…
    Nick Clegg ist kein vermeintliches “liberales Wunderkind”, sondern ein vermeintliches “sozialdemokratisches Wunderkind”.

    Democrats sind “liberals”.
    Liberale sind “libertarians”.

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