Montag, 12. Februar 2007 um 16:28 UhrFreie Fahrt

In einem Bericht über Schilderreduktion im innerstädtischen Straßenverkehr beim SPIEGEL heißt es über den "Erfinder" der schilderfreien Straße und seine Erfahrungen:
Er habe dieses Prinzip in den Niederlanden bereits in mehr als 100 Orten getestet, stets habe es sich bewährt. Lediglich ein kleiner Teil der älteren Menschen habe zunächst Probleme, sich an das neue System zu gewöhnen.
Letzteres hat sich aber garantiert nach kurzer Zeit gegeben. Zumindest hat man nichts mehr von ihnen gehört...

 

Montag, 12. Februar 2007 um 11:56 UhrEs gibt mal wieder Beweise!

Auf geht's in den nächsten Krieg!
Die USA legen der Welt mal wieder fröhlich Fälschungen Beweise vor, wie böse ein anderes Land doch ist.

Folgendes Bild soll eine "Anti-Tank Rocket" zeigen, die im Iran hergestellt und im Irak gegen arme, unschuldige GIs eingesetzt worden sei:
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Das ist bestimmt wahr! Die USA würden doch niemals lügen!
Zur Erinnerung ein Bild einer mobilen irakischen Fabrikationsanlage für biologische Waffen, die man ja dann wirklich zu Hunderten im Irak gefunden hat.
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Oder?

 

Montag, 12. Februar 2007 um 11:47 UhrMohnhaupt bald frei

Zeitgenossen, die gedanklich eher rechts der Mitte einzuordnen sind, werden nun wieder fassungslos den Kopf schütteln bzw. schimpfen wie ein Rohrspatz:
Ich begrüße es außerordentlich, daß Brigitte Mohnhaupt endlich freigelassen werden wird.
Wer dagegen ist und auf ewige Rache sinnt, der sollte sich mal anschauen, wer in dieser Gesellschaft das ebenfalls befürwortet - von der Generalbundesanwaltschaft bis zu Klaus Kinkel ist alles dabei - und sich fragen, wer denn wirklich außerhalb selbiger steht.

 

Mittwoch, 7. Februar 2007 um 08:47 UhrSchall und Rauch

Wie man heute morgen lesen kann, hat sich eine Arbeitsgruppe von Fachleuten aller Bundesländer wirklich zu der Emnpfehlung durchgerungen, in allen Gaststätten das Rauchen zu verbieten. Na immerhin.
Aber ich bin mal gespannt - laut Artikel wird am 23. Feburar "politisch" über dieses Thema entschieden. Wieso habe ich nur das Gefühl, daß der nun gefundene Konsens, sobald er in den wirklich hohen Politikkreisen ankommt, wieder zerredet wird, und man den Beschluss, den man am Ende gefunden haben und als Erfolg verkaufen wird, auch genauso gut in die Tonne kloppen kann? Ist die Tabak-Lobby bei uns so gut oder sind die fraglichen Politiker so scheisse?

 

Dienstag, 6. Februar 2007 um 23:35 UhrNationStates

Ein Buch, das ich unbedingt noch lesen muss, ist Logoland von Max Barry. Oder, wie es im englischen Original heißt, Jennifer Government. Es geht um eine zukünftige, jedoch nicht zu weit in der Zukunft liegende Gesellschaft, die ziemlich abgedreht ist. Eskapaden des Kapitalismus, und so weiter. Ich will gar nicht auf den Inhalt eingehen - kenn ihn ja auch noch nicht :-) - wer will, lese sich eben bei Amazon ein.

Was ich eigentlich sagen wollte: Der Autor des Buches hat eine Plattform namens NationStates im Netz gegründet. Der Benutzer legt sich hier ein eigenes "Land" an, und muss regelmäßig Entscheidungen treffen, welche sich auf das Land auswirken. Dabei wird man immer mit einem konkreten Problem konfrontiert, zu welchem es mehrere "Meinungen" gibt, welche dem Staatenlenker von seinen Bürgern mitgeteilt werden. Einer dieser Meinungen muss man sich anschließen, das wird Gesetz, und hat dann Folgen.

Das kann dann zum Beispiel wie folgt aussehen; Mit diesem Problem muss ich mich gerade herumschlagen (und nicht lachen, als ich mir einen Ländernamen aussuchen musste, fiel mir gerade nichts besseres ein als mein Stadtteil...):
Politicians from a distant and obscure part of Bockenheim have been calling for the government to split Bockenheim into various semi-autonomous regions, each with an elected council to govern their designated area.

Je nachdem, wie ich mich entscheide (ich habe drei Möglichkeiten zur Auswahl), hat das Auswirkungen auf das Profil meines Landes. Welche genau, das weiß man nie. Manche Folgen waren zum Zeitpunkt, wo die Entscheidung anstand, offensichtlich, bei anderen fällt mir aber regelmäßig die Kinnlade runter.

Das Ganze ist natürlich nicht allzu ernst zu nehmen, aber Spaß macht es schon zu sehen, wo sich das "eigene Land" hinentwickelt.
Der Zeitaufwand ist wirklich minimal. Man kann zwar, muss aber nicht mit anderen Spielern interagieren (ich mach es nicht). Man kann auch einfach die pro Tag anstehenden zwei Entscheidungen angehen und sich über die wachsende und sich verändernde Gesellschaft freuen. :-)

Und zum Schluss - das aktuelle Profil von Bockenheim. Ich bin nicht über alles glücklich, aber es hätte schlimmer kommen können. :-)
The United Socialist States of Bockenheim is a huge, socially progressive nation, remarkable for its strong anti-business politics. Its compassionate population of 333 million are fiercely patriotic and enjoy great social equality; they tend to view other, more capitalist countries as somewhat immoral and corrupt.

It is difficult to tell where the omnipresent, socially-minded government stops and the rest of society begins, but it juggles the competing demands of the Environment, Education, and Social Welfare. The average income tax rate is 100%. The private sector is almost wholly made up of enterprising fourteen-year-old boys selling lemonade on the sidewalk, although the government is looking at stamping this out.

All-natural foods are becoming a major fad, scientists recently cloned the long-extinct feather-bellied otter, same-sex marriages are increasingly common, and the government is notorious for leaving citizens with almost nothing from their inheritance. Crime is totally unknown. Bockenheim's national animal is the otter, which frolics freely in the nation's many lush forests, and its currency is the redback.

 

Dienstag, 6. Februar 2007 um 23:06 UhrHeiß wirds

Man sollte meinen, nach dem Klimabericht der UN von letzter Woche müsste auch der letzte begriffen haben, daß es nicht fünf Minuten vor, sondern ein paar Minuten nach zwölf ist.
Man sollte meinen, daß nun alle fadenscheinigen Ausreden, egal von welcher Seite, von der öffentlichen Meinung und der Politik hinweggefegt würden.

Pustekuchen.

Es will wirklich nicht in meinen Kopf hinein. Ehrlich. Man liest hier über Reaktionen auf den Bericht, man recherchiert dort ein wenig und kommt zu dem Ergebnis, daß wohl alle für ihre Urenkel die klimatische Apokalypse wollen. Und mit alle meine ich nicht nur die Deutschen, nicht die Europäer, sondern wirklich alle.

Denn das ist das wirklich Neue an dem drohenden Szenario: Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte der Menschheit gibt es etwas, was sie in ihrer Gänze bedroht.

Kriege? Selbst der zweite Weltkrieg hat nicht wirklich die ganze Welt erfasst.
Seuchen, Erdbeben, Vulkanausbrüche? Waren immer regional begrenzt, so groß sie auch gewesen sein mögen.
Ozonloch? Hat einen globalen Hype verursacht, aber die wirklich Leidtragenden waren vor allem die Australier.

Nein, die globale Erwärmung ist genau das, was sie in ihrem Namen trägt: Global. Niemand wird vor ihr weglaufen können. Der eine wird ein wenig mehr betroffen sein, der andere weniger, aber einen Impact wird diese Entwicklung garantiert überall haben.

Nun agiert die Menschheit ja nun leider Gottes nicht als Einheit. Sie hat sich darin gefallen, sich in mehrere Völker und Staaten zu splitten. Sicher ist es erstrebenswert, daß irgendwann zu ändern, aber so ist nunmal der status quo.

Aus der Vergangenheit sind wir es gewohnt, daß die Staaten versuchen, sich gegenseitig auszustechen. Vor noch nicht allzu langer Zeit militärisch, heute sind die meisten "modernen" Staaten dazu übergegangen, sich wirtschaftlich zu bekriegen (Okay, bis auf die USA, die das munter miteinander kombinieren).
Jede Entscheidung wird auf die Wirtschafts-Waage gelegt. Lohnt sich das? Bringt das Arbeitsplätze? Vernichtet es eventuell welche? Andauernd bekommen wir solche Sprüche zu hören, und wir haben uns dran gewöhnt, eingebleut zu bekommen, daß unser Land mit anderen Ländern im Wettbewerb stehe, und daß wir die Bedingungen hierzulande so hinbiegen müssten, daß es der Wirtschaft gut geht.

Doch nun ist das anders. Muss es anders sein. Wenn wir wirklich versuchen wollen, den Eisberg nur zu schrammen, anstatt volle Kanne drauf zu brettern, dann dürfen kurzfristige wirtschaftliche Erwägungen keine, aber auch überhaupt keine Rolle spielen. Eine Denke wie all die Jahre und Jahrzehnte nach dem Motto Ich mache nicht den ersten Schritt, sonst bin ich wirtschaftlich im Nachteil, bringt uns dem Ziel keinen Schritt näher. Es ist einfach keine Zeit mehr, neue Gremien zu gründen, nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen und auf einen Nachfolger zum Kyoto-Protokoll zu setzen.
Runter mit den Emissionen, und zwar sofort. Das ist die einzige Möglichkeit. Im Einzelnen unter anderem:
  • Massive Stromverteuerung, damit sich Wärmedämmung und andere energiesparende Maßnahmen wirklich lohnen! Ein Verbot der Herstellung von Geräten mit Stand-By-Funktion ist zwar ganz nett gemeint, braucht aber zu lange, bis es greift. Die Millionen von alten TV-Geräten, die in deutschen Wohnungen noch herumstehen, verbrauchen dann nachts immer noch Strom.
  • Absolutes Fahrverbot für PKW mit einer CO2-Emission höher als 110 g/km.
  • Darüber hinaus ein striktes Tempolimit von 120 oder vielleicht sogar 110 km/h auf Autobahnen.
  • Komplette Einstellung des kommerziellen innerdeutschen Flugverkehrs.

Ich höre schon das Gejammere! Strom verteuern geht nicht, ich habe jetzt schon so wenig Geld. Mein Auto stößt aber mehr als 110 aus, und ich bin aufs Auto angewiesen. Und so weiter.
Leute, es ist mir scheiß-e-gal, was ihr meint für Probleme zu haben. Denn gegenüber den Problemen, die wir bekommen, wenn wir solche oder ähnliche Maßnahmen nicht durchführen, sind sie nichts weiter als ein kleiner Pups.

Und solche Dinge kann man durchaus im nationalen Einzelgang beschließen! Wenn ein anderes Land eben meint, weiter billig und damit umweltschädlich produzieren zu müssen, dann erhebt man eben gigantische Zölle. Die Oberen dieser Gesellschaft müssen es nur wollen.

Aber - na klar, den Kopf in den Sand zu stecken, wenn man selbst nicht mehr betroffen ist, ist einfach. Das trifft vor allem auf die Generation zu, die momentan in Politik und Wirtschaft das Sagen hat, also im Alter zwischen 40 und 65 Jahren.
Selbst an meiner Generation wird der Kelch wohl größtenteils noch vorüber gehen. Die Klimaprognosen zielen ja meistens auf zwei Zeitpunkte ab, einmal 2050 (bekomme ich wahrscheinlich noch mit) und 2070 (da bin ich tot).
Und mein Neffe, der dieses Jahr drei wird, hat gute Chancen, als alter Mann bei einer Hitzewelle zu sterben, gegen welche die von 2003 mit europaweit tausenden von Toten (vor allem ältere Menschen) ein laues Lüftchen ist.

Die Generation nach ihm jedoch - die darf sich wirklich auf was gefasst machen. Diese Generation wird uns hassen.

Wenn sie überhaupt Gelegenheit dazu haben, sich Gedanken über die Vergangenheit zu machen, und nicht schon damit ausgelastet sind, zuzusehen, daß sie am nächsten Tag noch existieren. Denn das kann auch Realität werden - die Menschheit diskutiert noch zehn, zwanzig Jahre herum, die einzigen nationalen Anstrengungen, die unternommen werden, betreffen die militärische Aufrüstung, um sich das nötige Wasser und Land, wo man leben kann, mit Gewalt zu nehmen, und am Ende zerfleischt man sich gegenseitig.

 

Freitag, 26. Januar 2007 um 20:16 UhrFeurige Angelegenheit

Gestern hatte ich eine "vorbeugende betriebliche Brandschutzunterweisung". Glaube, so hieß das. Sprich, nach einem theoretischen Vortrag, warum Brandmelder sinnvoll und Brandschutztüren immer zu sein müssen, ging es hinaus auf den Hof und jeder der Teilnehmer nahm mit verschiedenen Feuerlöschern den Kampf gegen kleinere Brände auf. Lustig.

Zum Abschluss gab's dann noch eine Demonstration, warum man schon von Kindesbeinen an eingebleut bekommt, daß man brennendes Fett, z.B. in der Pfanne, nie mit Wasser löschen sollte. Beziehungsweise es versuchen sollte, denn klappen tut's ja nicht.

Man nehme: Einen halben Liter Speiseöl und eine Tasse Wasser.

Und das kommt bei raus:

Man weiß zwar, das es da richtig abgeht, wenn man es aber das erste Mal live sieht, vergisst man es garantiert nie mehr. :-)

 

Dienstag, 23. Januar 2007 um 09:09 UhrVernünftige Worte

Zum Thema Killerspiele, vom Geschäftsführer der USK (also jener Truppe, die immer die hübschen roten Zeichen auf DVDs drucken lässt, welche einen besonders lustigen Abend versprechen):
Frage: Warum kommt es nach Verbrechen von Jugendlichen ohne große Umschweife zu Verbotsforderungen von Computerspielen?

Antwort: Solche Taten werden eigentlich immer im Zeitgeist inszeniert. In Goethes Zeit hatte man auch eine Verbotsdiskussion. Damals war man der Meinung, Goethes Buch "Die Leiden des jungen Werthers" stifte junge Männer zum Selbstmord an. Der Zusammenhang ist, dass die Delinquenten aus dem Zeitgeist entsprechende Elemente entnehmen, z.B. auch dass sie bei der Tat etwas Bestimmtes aus dem Bereich Film oder Musik anziehen.

Doch ich denke, dass eine monokausale Erklärung nicht möglich ist. Derjenige, der einen Zusammenhang zwischen dem Spiel Counter Strike und der Tatsache, dass jemand Amok läuft herstellt, müsste eigentlich viel zu viele verdächtigen, die nicht auf die Idee kommen. Wer Erklärungen sucht, muss auf andere soziale und sonstige Faktoren zurückgreifen. Die Öffentlichkeit nimmt aber die Erklärungen, die am plausibelsten sind.
(Quelle: "Ursachen und Wirkung werden vertauscht", Telepolis)

 

Montag, 22. Januar 2007 um 21:52 UhrAuf den Hund gekommen?

Man ist ja schon so einige durchgeknallte Ideen sogenannter Hundeliebhaber gewöhnt. Pullover für die kalte Jahreszeit. Parfüm. Hunde-Frisier-Salons. Brrrr.
Aber das setzt dem ganzen echt die Krone auf: Das Hunde-Bier. Und nicht, wie man meinen könnte, aus dem Land der begrenzten Unmöglichkeiten unbegrenzten Möglichkeiten, sondern aus den Niederlanden! Schlechtes Zeug geraucht, oder was?

 

Donnerstag, 18. Januar 2007 um 09:22 UhrUnd ab dafür

Quelle: wetter.com
Quelle: wetter.com

Das wird spaßig. :-)