Europa ist in den letzten Monaten mit mehr als genug Schwierigkeiten und Krisen konfrontiert worden. Mit Problemen, die auf das Leben der Menschen definitiv mehr Einfluss haben werden als so ein Eurovision Song Contest, wie er heute Nacht stattgefunden hat.
Seien wir ehrlich, die Lena-Welle wird ein paar Tage, vielleicht Wochen anhalten, aber dann werden wieder Themen wie Verschuldung, Staatspleiten und ähnliches auf den Titelblättern der Zeitungen stehen. Und mitunter wird es wieder losgehen, das Herumschlagen auf anderen europäischen Ländern. Die Pleite-Griechen, die intriganten Franzosen usw. usf. Welche Bezeichnungen der Boulevard auch immer erfindet.
Wenn dann sowas wieder in den Vordergrund rückt -- und das wird es -, haltet inne und denkt an die beste Vorstellung, die der Eurovision heute geboten hat: Und ich meine nicht den deutschen Beitrag (sorry, Lena!), sondern den Euro Dance.
Eine geniale Idee der Norweger, Respekt dafür. Eine Darbietung, die nicht nur gute Laune verbreitet, sondern mit einer brillianten Choreographie eine einzige Message verbreitet: Wir sind ein Europa, in varietate concordia. Wir haben eine gemeinsame Vergangenheit, und wenn wir zusammenstehen kann uns keiner eine gemeinsame Zukunft nehmen. Dann sind wir unschlagbar.
So, die Gesangseinlagen sind vorbei. Eine gute Show bislang (mal von dem kleinen Patzer der Security am Anfang abgesehen).
Meine persönlichen Favoriten (abgesehen von Deutschland, versteht sich):
Island
Belgien
Moldau
Ein Wort zu Lena: Ich will ja nicht behaupten, daß ich ein gutes musikalisches Gehör hätte, aber mir war, als hätte ihr an ein paar Stellen die Stimme versagt… Hoffentlich schlägt das nicht auf die Bewertung durch… wir werden sehen!
… der sich damit auskennt? Zumindest einen, der gezeigt hat, wie es geht:
Wenn der letztjährige ESC-Sieger sagt, Lena gewinnt -- dann kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Ich drück ihr auf jeden Fall die Daumen. Noch ein paar Stunden, dann haben wir Gewissheit. :-)
“Bill Dance Outdoors” ist eine amerikanische “Heimwerker”-Serie über das Fischen -- ein Hobby, von dem ich ja nichts halte, aber der Typ ist einfach ein Knaller… :-D
Was ist Nick Clegg, der Chef der britischen Liberalen, nicht im Vorfeld als Glanzfigur dargestellt worden. Als Wunderkind, als eine Erscheinung, vor dem sich sogar die beiden großen Parteien zu fürchten hätten:
Dass Cleggs Partei eine Mehrheit im Parlament erreichen könnte, galt beim Londoner Buchmacher William Hill noch Anfang April als so wahrscheinlich wie eine Sichtung von Nessie, dem Monster von Loch Ness. (…)
Nun aber, seit Clegg das Wahlvolk vor den Fernsehern hypnotisiert, sehen einige Umfragen seine Partei schon mit rund 33 Prozent Zuspruch auf dem ersten Platz, knapp gefolgt von den Tories. Browns Labour-Partei fand sich abgeschlagen auf Platz drei. Alle Umfragen belegen: Nie zuvor ist eine kleine britische Partei so schnell so weit gekommen.
Klar, die Regierungsbildung im Königreich ist noch in vollem Gange, und es kann durchaus sein, daß die Liberalen am Ende dort ein Wörtchen mitzureden haben. Das ändert aber nichts daran, daß Cleggs Truppen im Vergleich zu den letzten Unterhauswahlen im Jahr 2005 Sitze verloren haben, von 62 runter auf 57 Sitzen. Wenn man sich den prozentualen Stimmenanteil anschaut, ist der zwar gewachsen, aber lediglich um einen einzigen mickrigen Prozentpunkt. Statistisch relevant ist das nicht.
Wir werfen Griechenland einen Rettungsring zu. Schwimmen, ans rettende Ufer schwimmen, müssen sie selbst. Schwimmen sie in die falsche Richtung, landen sie auf dem offenen Meer – oder gar in der Türkei.
Was der Abgeordnete Barthle auch immer damit gemeint hat…