Technologiekritik
Eine kleine Leseempfehlung zwischendurch: Standardsituationen der Technologiekritik.
Eine kleine Leseempfehlung zwischendurch: Standardsituationen der Technologiekritik.
Zum Thema Killerspiele, vom Geschäftsführer der USK (also jener Truppe, die immer die hübschen roten Zeichen auf DVDs drucken lässt, welche einen besonders lustigen Abend versprechen):
Frage: Warum kommt es nach Verbrechen von Jugendlichen ohne große Umschweife zu Verbotsforderungen von Computerspielen?Antwort: Solche Taten werden eigentlich immer im Zeitgeist inszeniert. In Goethes Zeit hatte man auch eine Verbotsdiskussion. Damals war man der Meinung, Goethes Buch “Die Leiden des jungen Werthers” stifte junge Männer zum Selbstmord an. Der Zusammenhang ist, dass die Delinquenten aus dem Zeitgeist entsprechende Elemente entnehmen, z.B. auch dass sie bei der Tat etwas Bestimmtes aus dem Bereich Film oder Musik anziehen.
Doch ich denke, dass eine monokausale Erklärung nicht möglich ist. Derjenige, der einen Zusammenhang zwischen dem Spiel Counter Strike und der Tatsache, dass jemand Amok läuft herstellt, müsste eigentlich viel zu viele verdächtigen, die nicht auf die Idee kommen. Wer Erklärungen sucht, muss auf andere soziale und sonstige Faktoren zurückgreifen. Die Öffentlichkeit nimmt aber die Erklärungen, die am plausibelsten sind.
(Quelle: “Ursachen und Wirkung werden vertauscht”, Telepolis)
Ich habe den Verdacht, daß die ewig gleichaussehenden Ajax-Loading-Images aus demselben Nest geschlüpft sind… Kann mich aber auch irren.
Besonders gefällt mir eine Empfehlung von Gutachtern im Auftrag des Bundestages, wie zu verhindern sei, daß nach einem (möglichen) Verbot des Verkaufs von Killerspielen diese übers Netz bezogen würden:
In einem solchen Fall schlagen die Gutachter des Bundestages vor, “auch eine Regelung zur Zugriffsbeschränkung für Internetseiten mit entsprechenden Inhalten zu erlassen”.
(via netzzeitung.de)
Sehr schön. Globalisierung bedeutet eben nicht nur, daß wir bald mit den Stundenlöhnen chinesischer Arbeiter mithalten müssen, wir kopieren auch Verhaltensweisen des Staates.
Eine von Mozilla angestoßene Untersuchung der in Firefox 2 und Internet Explorer 7 integrierten Phishingfilter kommt zu dem Ergebnis, dass der Firefox-Filter überlegen sei. Eine von Microsoft finanzierte Studie kommt zu anderen Ergebnissen.
Heute morgen im Zug: Zwei Menschen, die sich als Studenten irgendeiner Geisteswissenschaft outen, äußern sich herablassend über die Qualität von Wikipedia. Zu irgendeinem wichtigen Thema, sagt das eine Mensch, gäbe es dort nur einen Absatz. Zu einem anderen, wohl noch wichtigeren Thema, sagt das andere, gäbe es gar nur einen einzigen Satz.
Fazit der beiden: Wikipedia sei Scheiße.
Toll. Ungefähr so, als würde ich als Autofahrer an einer Unfallstelle vorbeifahren, wo ein blutender Mann deutlich sichtbar am Wegesrand liegt und mich darüber aufregen, wie mitleidslos doch Autofahrer sind…
Also, ihr beiden Studis, die ihr heute morgen um acht Uhr dreißig am Hauptbahnhof Darmstadt ausgestiegen seid: Nicht bloß lästern, Edit-Link anklicken und ändern! Dann klappt’s auch mit dem Online-Lexikon.