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Irgendwas regt mich immer auf

Archiv für das Tag 'ironie'

Weiß gleich Grün

Laut einer Greenpeace-Studie ist Apple von den weltweit Top-18 der Elektronik-Branche das “grünste” Unternehmen.

Hm.

Ist ja auch klar. Schließlich sind die meisten Apple-Produkte weiß, und genau wie das arktische Eis reflektieren iPod, MacBook und Co. somit viel mehr Sonnenlicht zurück ins All als die Konkurrenz.

So einfach kann Klimaschutz sein!

Ähm…

Vergangenen Freitag verschlug es mich per ICE nach Süden. Zwei Reihen weiter saß ein Pärchen, offenbar auf dem Weg in den Urlaub. SIE verlieh ihrer Freude über die nächsten Tage lautstark Ausdruck (und das in einem Wagen, der als Ruhezone ausgewiesen war, aber das nur nebenbei).

Etwas trübte jedoch ihre Stimmung.

“Früher, da fing der Urlaub an mit Geld wechseln. Da hatte man noch wirklich das Gefühl, in die Fremde zu fahren. Und heute? Überall dieser Euro, alles so einheitlich. Irgendwann wird es so weit kommen, daß es nur noch eine Sprache in Europa gibt. Furchtbar!”

Ja, in der Tat. Einfach mal so nach Frankreich, Österreich oder in die Niederlande fahren zu können, ohne Geld zu wechseln, brrrr. Ein Verlassen des Staatsgebietes muss gefälligst sorgfältig geplant werden. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder einfach mal so ins Ausland fahren kann?

Früher konnte man wenigstens noch beim Einkaufen im Urlaub seine Kopfrechenfähigkeiten trainieren. Durch drei, durch neun, mal eins komma vier… Und heute? Diese junge, PISA-geschädigte Generation, die “DM” nur noch als Drogeriekette kennt, steht im Algarve-Urlaub im Supermarkt und sieht die gleichen Preisschilder wie daheim. Da verkümmert das Gehirn doch!

Nicht zu vergessen das Tauschstuben-Erlebnis! In irgendeinem versifften Räumchen dem schwitzenden Südländer ein paar Scheine hinzublättern und dank eines absurd überzogenen Wechselkurses viel zu wenig Lira, Peseten oder sonstiges Spielgeld zurückzubekommen – da konnte man glücklich wieder auf die Straße raustreten und sah seine liebgewonnenen Vorurteile bestätigt, daß es nur daheim ordentlich, gesittet und ehrlich zugeht und diese ganzen gebräunten Kerle vielleicht gut aussehen, aber im Grunde alle Ganoven sind.

Eine einheitliche Sprache nun – Was für eine Horrorvorstellung! Menschen, die sich unterhalten können, die sich gegenseitig verstehen! Wo bleibt denn da die Abgrenzung? Wir und die, so muss es sein! Alles andere führt ins Chaos, das ist doch hoffentlich jedem klar.

Was für ein Grund sollte es denn überhaupt geben, sich mit Leuten aus anderen Ländern zu unterhalten? Im Urlaub ist man bislang doch gut mit ein paar Brocken aus dem Langenscheidt ausgekommen (und eigentlich kann man doch erwarten, daß die ein bißchen deutsch können, schließlich bringen wir ihnen unser sauerverdientes Geld, oder?).

Und ansonsten? Dieses ganze Geschwafel von einer globalisierten Welt, von globalen Problemen, die kein Land allein lösen könne, das ist doch alles Bullshit. Jeder kehre erstmal vor seiner eigenen Tür.

Mir vorzustellen, daß man in Stockholm, Berlin, Paris und Lissabon die gleiche Sprache redet – grauenhaft. Schlimm genug, daß ich mit Bayern, Schwaben, Sachsen und dem restlichen Pack einen Zungenschlag teile. Ist mir schon zu viel. Wir sollten uns wieder auf die gute alte Zeit besinnen. Jedem Dorf seinen eigenen Dialekt, das Nachbardorf ist bereits Ausland. Darüber hinaus will ich eh nicht denken, denn die Welt ist böse, unheimlich und macht mir Angst.