blogwart.com

Irgendwas regt mich immer auf

Archiv für das Tag 'wissenschaft'

Fundstück bei Wikipedia:

Thallium ist das Endnuklid des radioaktiven Zerfalls der Neptunium-Reihe. Weil das vor ihm stehende letzte radioaktive Isotop Bismuth eine extrem lange Halbwertszeit von zirka 19 Trillionen Jahren hat, nimmt die Thalliummenge auf der Erde nur sehr langsam zu.

Ja, kann man so formulieren. Bei einer Halbwertszeit, die ausgeschrieben doppelt so viele Nullen hat wie das Alter des Universums… durchaus.

2010

Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man SF Filme oder Bücher in dem Jahr schaut bzw. liest, in welchem sie handeln. Ich schwanke dann immer zwischen Entsetzen, wie alt ich schon geworden bin, und Enttäuschung, wie wenig weit es meine Mitmenschen doch gebracht haben, verglichen mit den dargestellten Errungenschaften der Geschichten.

2010

Gestern gesehen: 2010.  Natürlich nicht das allererste Mal, aber das erste Mal in diesem Jahr. Im Jahr 2010…

Die politischen Voraussagen des Films sind in die Hose gegangen, zugegeben. Es gibt heute keine starke UdSSR mehr, welche als gleichstarker Partner neben den USA auftritt. Aber vielleicht nimmt ja China in ein paar Jahren diese Rolle ein?

Und die technischen Visionen… okay. Eine bemannte Reise zum Jupiter ist heute immer noch Zukunftsmusik. Wir waren ja noch nicht mal auf dem Mars. Da hinken wir ziemlich hinter den Visionen von Arthur C. Clarke hinterher. Aber nicht, weil wir es nicht besser könnten, sondern weil wir dumm sind:

Die Kosten, um ein Team auf den roten Planeten zu schicken, werden derzeit mit ca. 500 Milliarden Dollar veranschlagt.

Klingt das nach viel?

Der Irakkrieg hat die USA übrigens bisher über 600 Milliarden Dollar  gekostet.

Oder so was ähnliches. Schmerz schützt offenbar vor den Folgen eines Herzinfarktes. Sehr interessant.

Zwei Teile, insgesamt ca. 15 Minuten. Sehr, sehr sehenswert… beschwert euch aber nicht bei mir, wenn der eine oder andere danach Kopfweh hat. ;-)

Flash-Planetarium

Hübsch.

Und tschüss!

Tja, das war es dann, Pluto! Das Spiel ist aus. Gerade mal 76 Jahre warst du den Menschen als Planet bekannt. Nun betrachten sie dich nur noch als schnöden Felsbrocken, der mit vielen anderen zusammen durchs All torkelt. Aber mach dir nichts draus, wir mögen dich trotzdem…

Allerdings wirft die Aberkennung des Planeten-Status für Pluto eine Reihe interessanter Fragen auf.

Wie werden zum Beispiel Eltern ihren Kindern in Zukunft die Reihenfolge der Planeten eintrichtern? In der Vergangenheit gab es ja dazu so einen netten Merkspruch:

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.

Jeder Anfangsbuchstabe stand für einen Planeten. Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und eben Pluto.

Diverse Leute haben sich in den letzten Tagen über eine Erweiterung dieses Satzes Gedanken gemacht, weil eigentlich jeder damit rechnete, daß das Sonnensystem in Zukunft offiziell zwölf Planeten hat. Zwischen Mars und Jupiter hätte sich noch Ceres eingereiht, der bisherige Plutomond Charon wäre ebenfalls mit von der Partie gewesen, und Xena hätte ganz weit draußen die Sache komplettiert. “Mein Vater erklärt mir chronisch jeden Sonntag unser neues Planetensystem X” hab ich zum Beispiel irgendwo gelesen. Naja, ganz nett. Aber meine Sache wäre es nicht gewesen.

Egal, nun ist es eh hinfällig. Der Satz muss um ein Wort kürzer werden!

Manche verrückten Egomanen malträtieren jeden Sommer unsere Nerven.

Nein? Zu sehr auf Politiker gemünzt? Gut, wahrscheinlich bin ich zu voreingenommen, daß, was dieses Jahr im Sommerloch hochkochte, ist mir eben gehörig auf den Sack gegangen.

Wer Vorschläge für dolle Sprüche hat: Her damit!

Wie auch immer.
Während das im wahrsten Sinne Wortklauberei ist, ist das hier schon ein ernsteres Problem. Erinnert sich noch jemand an folgende Plakette?

voyager_plakette

Richtig, diese Darstellung hatten die Pioneer-Sonden dabei, welche in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts losgedüst sind, um fremde Welten zu erkunden, unbekannte Zivilisationen… naja, zumindest so ähnlich. Fakt ist, die Aliens haben nun ein riesiges Problem. Wenn sie irgendwann mal kommen, suchen sie nach einem System mit neun Planeten. Die fliegen doch jetzt glatt vorbei! Oder?

Gendatenbank

Auf SPIEGEL ONLINE kann man zur Zeit lesen, daß im Vereinigten Königreich demnächst das Projekt einer gigantischen “genetischen Datenbank” gestartet wird. Eine halbe Million Menschen sollen freiwillig ihre DNA abgeben. Über einen Zeitraum von dreißig Jahren hinweg wird dann die Gesundheit dieser Probanden dokumentiert werden, um so Zusammenhänge zwischen auftretenden Krankheiten und vorliegender Erbsubstanz herauszufinden. Hochtrabend wird das Ganze als “größtes medizinische Experiment der Welt” bezeichnet.
Nunja. Das mag so sein oder nicht. Auf jeden Fall ist es jedoch die größte Gen-Sammlung von Normalbürgern, die es gibt. Aber aus Datenschutzgründen muss man sich keine Sorgen machen. Die Datenbank wird nämlich, wie es heißt nicht frei zugänglich sein, und nur für die beschriebenen medizinischen Zwecke verwendet werden.
Hmm. Ich glaube das nicht.

Wie war das mit der zentralen Datei von Konto-Stammdaten hier in Deutschland? Eingeführt wurde sie nach dem 11. September 2001, mit der Begründung, man brauche so etwas zum Aufspüren von Geldern, die für Terror-Unternehmungen eingesetzt würden. Und wer darf heute drauf zugreifen? Richtig, das Finanzamt. Irgendjemand kam auf die glorreiche Idee, diesen Wust an Daten auch anderweitig zu nutzen als ursprünglich gedacht.

Oder, noch aktueller, das Gerangel um die Verwendung von Mautdaten von Toll Collect. Als dieses System eingeführt wurde, untersagte der Gesetzgeber strikt eine anderweitige Verwendung der erhobenen Daten. Zu Recht. Doch was geschieht nun? Irgendein Lastwagenfahrer hat wohl ein Mord an einer Schülerin begangen, und prompt fordert nicht nur die Boulevard-Presse die Verwendung der Mautdaten, sondern auch die Polizei.

Hier besteht die Gefahr, dass Datenschutz zum Täterschutz wird. Ich bedauere sehr, dass wir bei unseren Ermittlungen nicht direkt auf die Aufzeichnungen in den Mautbrücken auf den Autobahnen zurückgreifen können, obwohl diese uns bei der Klärung von zwei Morden und einem versuchten Mord vermutlich sehr helfen könnten.
Schon bekommen die Behörden Unterstützung aus der Politik, von meinem Freund Günther Beckstein beispielsweise.

Wie lange wird bei diesem aufgebauten öffentlichen Druck die (rechtmäßige!) Weigerung von Toll Collect noch Bestand haben, die geforderten Daten herauszugeben? Spätestens beim nächsten Verbrechen wird irgendein Politiker eine Gesetzesänderung beantragen, das prophezeie ich euch, und dann dürfen die Daten an die Ermittlungsbehörden herausgegeben werden. Natürlich nur für Kapitalverbrechen, für nichts anderes! Na klar. Ganz lustig wird es dann, wenn das vorhandene Maut-System auch zur Verwirklichung einer PKW-Maut herangezogen wird, wozu es ja bekanntermaßen problemlos in der Lage ist.

So.

Glaubt nun noch jemand ernsthaft daran, daß die britische Gendatenbank ausschließlich für medizinische Zwecke genutzt werden wird? Denkt jemand wirklich, nach einem größeren Verbrechen, wo genetische Spuren vom Täter hinterlassen wurden, und den man verzweifelt sucht, kommt keiner auf die Idee: Lasst uns doch mal das Profil mit den Biobank-Daten vergleichen, vielleicht ist der Täter ja da registriert!

Die Biobank-Verantwortlichen wissen gar nicht, wie Recht sie haben, wenn sie schreiben:

A very wide range of tests will be done on the blood and urine samples for approved medical research, and it is impossible to predict all of the uses to which the samples might be put during the next few decades.

Wenn das mal keine Leistung ist: Voyager 1 hat die stattliche Entfernung von 100 Astronomischen Einheiten zurückgelegt. Das entspricht etwa fünfzehn Milliarden Kilometern. Genauer, 14.959.787.069 Kilometern. Plus minus irgendwas.

Und es geht natürlich noch weiter. Zur Zeit schafft die kleine Voyager ca. 66.000 Kilometer pro Stunde, 1,6 Mio. km. pro Tag. Näme sie direkten Kurs auf unseren nächsten Nachbarn, Proxima Centauri, wäre sie etwa im Jahr 72006 da… Schon mal vormerken!