Da hatte man gehofft, das Kippen der Internetzensur im neuen Koalitionsvertrag und die Nicht-Beförderung zur Gesundheitsministerin hätte Ursula von der Leyen zwei derartige Magenschläge verpasst, daß sie von nun an brav in ihrem Familienministerium sitzen und sich eventuell mal um die wirklich wichtigen Dinge (Kinderbetreuung) kümmern würde – nichts da. Sie macht schon wieder das, was sie so gerne macht: Zensieren.
Von der Leyens Haus hat bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien durchgeprügelt, daß das neue Rammstein-Album “Liebe ist für alle da” nicht mehr beworben oder an Minderjährige verkauft werden darf. Laut.de schreibt:
Im Einzelnen wurde der Track “Ich Tu Dir Weh” sowie ein Artwork-Foto, das Gitarrist Richard Kruspe mit einer auf seinen Knien liegenden Frau darstellt, moniert: dies seien jugendgefährdete Darstellungen von S/M-Praktiken. Außerdem befanden die Medienwächter, dass der Titel “Pussy” zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in Zeiten von Aids animiere.
Ein Text, ein Bild und ein Wort sind Gründe für Medienzensur? Ein bißchen von der Linie abgewichen, die der Staat als “normal” definiert, und schon wird man drangsaliert?
Tolle Entscheidung. Kommt besonders gut am Vorabend des zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls.
Wieder mal haben sich CDU-Leute beim Thema Zensur hervorgetan. Kritischen Journalisten wurde der Zugang zu einer öffentlich angekündigten Veranstaltung verwehrt, zugelassen waren augenscheinlich nur brav fotografierende Vertreter der Lokalpresse.
Mit vorne dabei, wie könnte es anders sein: Zensursula.